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Hummelpummel
Es sagte eine Hummel sich:
"Mein Gott, ich wirk so pummelich!"
Da hört man, wie 'ne Fliege keift:
"Kein Wunder, du bist quergestreift."

© by ody

Gerupft
Das Antlitz im Alter abgenutzt,
die Schwingen Feder um Feder gestutzt,
so sitzen wir, einstmals vom Leben gelockt,
verschüchtert am Boden angedockt
und spür'n noch die Neugier, das bebende Herz,
das auf will sich schwingen … himmelwärts,
das lösen sich möchte aus dem, was es hält,
mit Abstand zu sich und mit Blick auf die Welt,
doch tragen solch Schwingen, die Federn ließen,
von mal zu mal schwerer: Das Leben lässt grüßen!
Es trampelt uns Spuren ins Konterfei
und witzelt: "Na, flieg doch und fühl dich ganz frei."

© by ody

Besuchsweise
Liebe ist auch nur ein Ort:
Nicht unbedingt buchbar,
doch manchmal besuchbar
auf 'n Kuss, auf 'n Wort
mal im Sturm, mal im Drang
über kurz oder lang
bis das Flämmchen verglimmt,
bis man Abschied nimmt,
bis man gehen muss
oder gehen will.
Am Schluss - wird 's still.
Man singt traurige Lieder
von Liebe, die säuseln:
"Besuch mich mal wieder!"

© by ody

Weitblick
Ein Schaf, das auf dem Deich steht
und sich im Winde sonnt,
des Blick weit übers Meer geht,
hat oft mehr Horizont
beim Auf und Ab der Tide
als mancher Hominide.

© by ody

Lied der Lappen
Der Frost wie auch der raue Reif,
die machen feuchte Lappen steif,
weshalb man auch in Lappland
die Lappen selten schlapp fand.

© by ody

Ignorantin
Der Kranich sprach zu seiner Frau
auf einem Feld, das stoppelig:
"Mein Liebling, du wirst moppelig
am Po und um die Hüften, schau!"
Da sprach die Kranichfrau zum Kranich:
"Ga' nich'!"

© by ody

Wunschgedanke
Lieben heißt: Du machst dich nackt.
Das ist Fakt, wenn 's dich packt.
Und dann stehste da - ohne Hemd,
so ganz du - ungehemmt,
ungeschminkt, ungezinkt,
unverbunden.
Mit alle deinen Schwächen,
mit all deinen Wunden
erhoffst du vom andern,
er möge dich mögen
mit all deinen Kanten,
mit all deinen Schrägen,
er möge dich seh'n
in all deinem Nacktsein,
in allem Gepacktsein
und fände dich … schön.

Und er möge bedacht sein.
Und er möge ganz sacht sein,
wenn er dich dann hält,
denn so bloß gestellt,
tut weh nämlich weher,
tut 's weher, weil näher
und Weh, das will keiner.
Drum sei mir so einer …
so einer, der sacht ist,
der auf mich bedacht ist,
auf das, was ich bin
im Her und im Hin,
der 's niemals vergeigt,
weil er mich liked,
oder besser: ... versiebt,
weil er mich liebt.

© by ody

Wie du mir ...
Da arg frustriert,
weil jüngst kastriert,
biss jetzt der Hund, der hodenlose,
dem Jäger durch die Lodenhose
dahin, wo Hund in aller Schwere
selbst nichts mehr spürte … außer Leere.
Nun ist, wie sich wohl jeder denkt,
auch Jägers Trieb auf Jagd beschränkt …
dank seines Hundes Feingespür
und dessen Motto " … so ich dir!"

© by ody

Futterquelle
Ganz plötzlich fiel der Dobermann
im Restaurant den Ober an
und zwar mit seinem Dobermaul.
Da war wohl was am Ober faul,
denn nun verdaut der Doberdarm
ein gutes Stück vom Oberarm.

Des Dobermannes Doberfrau
vergreift sich auch am Ober, schau,
wie diese dreiste Doberbraut
die Beißer in den Ober haut
und wie er schluckt, der Doberschlund.
So wird erneut den Ober wund.
Doch plötzlich würgt Frau Dober, weil …
da rutschte wohl ein Oberteil
im Rachenraum der Dobergöre
von unten in die Oberröhre.
Dann hört man, wie der Dober röchelt
und mehr noch als der Ober schwächelt.
Danach ist bei Frau Dober Schicht,
erloschen ist ihr Oberlicht,
verwitwet ist ihr Dobermann.

Drum geht an keinen Ober dran.
Schlagt nicht die Doberzähne
in Oberbauch und - beene,
denn was ein kluger Dober is,
der weiß nun, so ein Oberbiss,
kann nicht nur Ober betten,
nein auch den Dober plätten.

Zusatzinfo:
Der Unfall mit dem Doberhals,
geschah so in der Oberpfalz.
Noch dümmer müssen Dober sein
in Offenburg am Oberrhein.
Nur nah des Städtchens Oberau,
da sind die Dober oberschlau.

© by ody